Spirits in Stone – Dauerausstellung

Die Kunsthalle Schnake in Münster hat sich seit 2003 der Bildhauer Zimbabwes angenommen und zeigt deren Arbeiten in der Dauerausstellung „Spirits in Stone- Die Bildhauer aus Zimbabwe“. Die Ausstellung wird laufend erneuert und erweitert, widmet sich aber ausschließlich der Bildhauerei Zimbababwes.

Der Besucher bekommt einen Einblick in die moderne Bildhauerei Zimbabwes und fragt sich oft verblüfft: Sind die ausgestellten Werke überhaupt „afrikanisch“? Befindet man sich nicht eher in einer modernen Skulpturenausstellung, die man im Museum of Modern Art in New York vermuten könnte? Diese außergewöhnliche Kunst war übrigens genau dort (1968) zu finden, ebenso wie im Musée Rodin (Paris).

Die Bildhauer Zimbabwes sind mit ihren Werken in vielen wichtigen Häusern und Sammlungen der Welt zu sehen. Man findet sie in New York, Paris, London, Frankfurt, Sydney, Funchal (Madeira / Sammlung Berardo) etc.

Auf den Weltausstellungen in Hannover und Sevilla erregten sie Aufsehen – auf der Biennale in Venedig erhielten sie einen eigenen Pavillon.

Zimbabwe gilt unter Kennern moderner Steinskulpturen als die Wiege einer Bewegung, die Künstler hervorgebracht hat, die ihren Geist, ihre Seele zwar auf sehr afrikanische Weise in jeden Stein einfließen lassen, doch dabei immer in erster Linie Individuen ganz unterschiedlicher Prägung bleiben. Tradition, Mythen und Riten verblassen, die Künstlerpersönlichkeit tritt in den Vordergrund.

So faszinierend es sein mag, sich die Bild- und Formensprache der zimbabwischen Künstler hineinzuversetzen und Bezüge zu ihren traditionellen Wurzeln und zu ihrer Mythologie herzustellen, ihre Kenntnis ist nicht Voraussetzung zum Verständnis und zum Gefallen an den Objekten. Man kann sich einfach von ihrer Ästhetik faszinieren und von der Kraft ihrer Ausstrahlung begeistern lassen. Kurzum: man darf sie ganz einfach schön finden.

Und dennoch, bei aller Anerkennung, noch immer gibt es Vorurteile, mit denen sich diese junge Kunst aus Afrika auseinander setzen muss. Immer wieder wird sie verwechselt mit traditioneller Stammeskunst – wie Maskenschnitzereien und anderem Kunsthandwerk.

Wie falsch diese Sicht der Dinge ist, das zeigt die Ausstellung „Spirits in Stone“ und macht deutlich, dass die heutigen Skulpturen als reine Kunstwerke von Künstlern geschaffen wurden, die Wert auf persönliche und künstlerische Individualität legen.

Die Künstler Zimbabwes haben etwas Ungeheueres und zugleich Monumentales geschaffen. Sie sind ein Sonderfall – nein, ein Glücksfall für die Zeitgenössische Kunst.(siehe auch: „ART“ Nr. 11/November 1980)

Die Ausstellung in der Kunsthalle Schnake zeigt neben Arbeiten der jungen Generation auch eine große Sammlung an Skulpturen international anerkannter Künstler der 1. Generation, wie z.B. Henry Munyaradzi, Kakoma Kweli, Fanizani Akuda, Nicholas Mukomberanwa, Edward Chiwawa, Lazarus Takawira und Bernard Matemera, der als einer der besten Steinbildhauer der Gegenwart genannt wird.