Kakoma Kweli

* 1908 in Angola U 1995 in Tengenenge/Zimbabwe

Biographie

„Der Schaffensprozess einer Skulptur bedeutet eine Anpassung an den Lebensprozess durch Annehmen von neuem Leben ohne Aufgabe des alten....“

Kakoma Kwelis Leben in Tengenenge war teilweise eine Erinnerung an sein Leben als Schöpfer von Makishi Masken in Angola. Seine Skulpturen erinnern an Makina Kameya, einem herausragenden Bildhauer aus Tengenenge. Im Alter von 85 Jahren kam Kakoma Kweli zu Kameyas Beerdigung nach Tengenenge und blieb auf Anraten von Tom Blomefield dort.Wie Makina Kameya beseelte er das Alter und gab ihm Jugend. Er starb 87-jährig. Wie bei Kameya sind seine Skulpturen unergründlich und doch aufgeladen mit Bedeutung. Er verleiht den Bildmasken der Makishi, der Masekrade der Mbunda aus Angola und Nordwest Sambia eine Andeutung der Person hinter der Maske, sowie dem Prozess ihrer Verwandlung während der Maskerade. Kwelis Skulpturen sind Steine, die quasi durch Zufall Skulpturen sind. Sie enthalten ein oder zwei Einschnitte und Ausstülpungen, die weiblichen Brüsten ähneln. Oft sind die Skulpturen auf beiden Seiten bearbeitet, sodass sie eine Dreidimensionalität erreichen, welche die Illusion einer Skulptur in Stein schafft, die nicht bearbeitet wurde. Kweli machte Skulpturen, weil er Masken machte, nicht weil er Skulpturen machen wollte. Für ihn hatten die Skulpturen die Bedeutung der Maske ohne ihre rituelle Funktion. Kompakt und klein künden sie von einer erheblichen Lebenserfahrung, von den Variablen der menschlichen Existenz, die es ihm erlaubten, Kunst noch im Alter von 80 Jahren zu schaffen, ohne dass dieser Prozess etwas Neues für ihn gewesen wäre. In seinen Skulpturen hat Kweli verschiedene Schichten ab- und neue aufgetragen.Wenn Rauheit und Beschaffenheit des Steins einen Einfluss auf Kwelis Zugang zur Bildhauerei hatte, so den, dass er flache Steine ohne Anzeichen einer Skulpturenform oder des Skulpturgegenstandes wählte. Seine Arbeiten waren ähnliche, maskenähnliche Erscheinungen oder frauliche Formen, noch jugendliche Brüste, Andeutungen zukünftiger Dinge, sinnlich, Anzeichen des ersten Erwachens. Kakoma Kwelis Skulpturen ähneln archeologischen Entdeckungen kurz nach der Ausgrabung mit dem Geröll der Vergangenheit, welches sie erklärt und sie in einem breiteren Zusammenhang stellt. Einige seiner Skulpturen, die letzten, geben der Tengenenge Gemeinschaft ein Geschichtsbewusstsein und untermauern die direkte Verbindung zu vergangenen künstlerischen Manifestationen: die große Einfachheit seiner Arbeit, die Art, wie die kleinste Geste Bedeutung trägt. Seine Arbeit strahlt die Kostbarkeit eines Gegenstandes im Museum aus, wie eine uralte Schriftrolle, ein Bildzeichen, eine Chiffre, von Schrift auf Pergament und Papyrus, von Felszeichnungen und Trance. Für Kweli fand der Akt der Bildhauerei kaum statt, trotzdem sind die Steine unzweifelhaft Skulpturen, vielleicht zeitgenössische Artefakte, aber Skulpturen nach Form und Gehalt. Kwelis Skulpturen tragen in sich mehr von ihrem Herkommen als von Gegenwärtigkeit und sie betonen, dass Tengenenge ein lebendes Museum ist. Die Arbeiten von Kakoma Kweli finden sich heute in vielen in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen weltweit.

„Tengenenge Art Sculpture and Paintings“ by Celia Winter Irving, Zimbabwe, 2001